R-01Kurbeln
Eine Abgabe nach mehr als 360° Stangendrehung vor oder nach dem Ballkontakt ist verboten.
Nach den Standard Matchplay Rules darf der Ball nicht abgegeben werden, wenn sich die Stange vor oder nach dem Kontakt um mehr als 360° dreht („illegal spin“, französisch „roulette“). Drehen ohne Abgabe ist kein Foul, ebenso wenig eine Stange, die der Ball selbst dreht. Strafe ist Ballbesitz für den Gegner an seiner 5er. Der Jet ist erlaubt, weil die Figur vor und nach dem Treffer jeweils unter 360° bleibt. Die deutsche Kurzregel von 2014 („mehr als 360° ohne Ballberührung“) weicht im Wortlaut ab, maßgeblich ist die englische SMR.
ITSF Standard Matchplay Rules v2.0
R-02Classic Matchplay
Seit Dezember 2025 gibt es eine ITSF-Regelvariante ohne Snake- und Überschlagschüsse.
Die Classic Matchplay Rules (Version 1.0, Dezember 2025) verbieten Snake- und Flip-over-Schüsse. Der Anstoß kommt von den Torwartstangen (Torwart oder 2er), an allen Stangen gelten 10 s Ballbesitz, Torwart und 2er zählen dabei als eine Stange. Neu ist die Regel „Illegal Rotation“: Die Stange mit Ballbesitz darf sich während einer Abgabe nicht um 360° drehen. Was „Flip-over-Schüsse“ genau sind, definiert das Dokument nicht; ob alle Bonzini-Turniere nach Classic gespielt werden, ist offen.
ITSF Classic Matchplay Rules 2025
R-03Zeitlimits
Auf der 3er gelten 15 s, auf der 5er 10 s, an Torwart und 2er zusammen 15 s.
Die Ballbesitzzeit läuft je Stange. Überschreitet die 3er ihre 15 s, bekommt der Gegner den Ball an seinen Abwehrstangen; an 5er, Torwart und 2er gibt es bei Überschreitung Ballbesitz an der gegnerischen 5er. Dreht sich ein Ball unerreichbar hinter der 2er, ruht die Uhr. In Spielen ohne Schiedsrichter können Spieler Zeitverstöße nicht selbst erklären, sondern nur einen Schiedsrichter anfordern.
ITSF Standard Matchplay Rules v2.0
R-04Passsperre
Ein gestoppter, geklemmter oder justierter Ball darf nicht von der 5er zur 3er gepasst werden.
Gestoppte, geklemmte oder justierte Bälle gelten als gesperrt („restricted ball“, französisch „balle restreinte“). Von der 5er zur 3er dürfen sie weder direkt noch indirekt gepasst werden, von der 2er zur 5er nur nicht direkt. Ein Transfer, also eine Bewegung mit anschließendem Kontakt einer anderen Figur derselben Stange, hebt die Sperre auf; ein wiegender Ball gilt als gestoppt, der Stub-Pass ist ausdrücklich erlaubt. Ältere Anleitungen verbieten pauschal den Pass mit derselben Figur oder aus dem ruhenden Ball, nach SMR v2.0 kommt es nur auf die Sperre an.
ITSF Standard Matchplay Rules v2.0
R-05Bandenkontakte
Auf der 5er sind höchstens zwei Bandenkontakte je Ballbesitz erlaubt.
Gezählt wird je Bandenseite; der erste Kontakt auf der anderen Seite setzt den Zähler der ersten zurück, der Pass selbst zählt nicht. Einen an der Bande eingeklemmten Ball darf nur eine Figur befreien, Schlagen der Stange gegen die Bande ist verboten. Braucht es dafür auf der 5er zwei oder mehr Bandenkontakte, muss vor der Abgabe ein Transfer erfolgen. Strafe ist Ballbesitz an der gegnerischen 5er, beim Schlagen gegen die Bande erst nach einer Verwarnung.
ITSF Standard Matchplay Rules v2.0
R-06Heber
Eine kontrollierte Abgabe, die direkt über eine gegnerische Stange fliegt, ist verboten.
Die Regel „Illegal Aerial“ verbietet kontrollierte Abgaben, die eine gegnerische Stange direkt überfliegen; Strafe ist Ballbesitz an der gegnerischen 5er. Einen fliegenden Ball zu fangen („Airborne Catch“) ergibt einen Penalty. Der Heber (aerial, rainbow) ist damit im Turnier verboten, und auch ein Chip-Pass darf kein Lob sein.
ITSF Standard Matchplay Rules v2.0
R-07Reset, Jar, Ablenkung
Erschüttert die Abwehr den Tisch, folgen Reset, Verwarnung und Penalty.
Ein Reset ist jede Erschütterung durch die Abwehr, die die Ballkontrolle des Angreifers stört: zuerst „Reset“ (Uhr und Bandenzähler zurück), dann eine Verwarnung, dann im selben Punkt ein Penalty. Rütteln, Stoßen, Schlagen oder Verschieben, das Ballbesitz verhindert, ist ein Jar; jedes Schlagen der Stange im laufenden Spiel kann so gewertet werden. Übermäßige Bewegung, auch Drehen einer Stange, kann als Ablenkung gelten, und nach dem Greifen eines Griffs darf eine Sekunde lang nicht kontrolliert abgegeben werden. Ein Taktiktipp von 1997, Resets gezielt zu provozieren, widerspricht der heutigen Regel.
ITSF Standard Matchplay Rules v2.0
R-08Anstoß und Neustart
Der Anstoß folgt einem festen Ablauf aus Ansage und mehreren Figurberührungen.
Vor dem Anstoß gilt „Ready?“ und „Ready!“, in den deutschen Kurzregeln „Fertig?“ und „Fertig!“; je Phase sind 3 s vorgesehen. Angestoßen wird von der mittleren 5er-Figur, abgegeben werden darf frühestens mit der Berührung einer dritten Figur. Ein toter Ball zwischen den 5ern führt zum Anstoß, ein toter Ball hinter einer 5er geht an die nächste Torwartstange.
ITSF Standard Matchplay Rules v2.0
R-09Pausen und Time-outs
Je Spiel gibt es zwei Time-outs von höchstens 30 s, dazu feste Pausen zwischen Punkten und Spielen.
Im laufenden Spiel darf nur das Team mit Ball ein Time-out nehmen. Zwischen Punkten sind 5 s vorgesehen, zwischen Spielen 90 s; dort sind Üben, Seitenwechsel und Griffwechsel erlaubt. Im Time-out ist Üben verboten, Schmieren und Wischen sind erlaubt. Wer im Ballbesitz beide Griffe länger als 3 s loslässt, hat ein Time-out genommen.
ITSF Standard Matchplay Rules v2.0
R-10Penalty
Ein Penalty ist ein einzelner 3er-Ballbesitz gegen einen Verteidiger.
Penaltys folgen auf wiederholte oder schwere Fouls, etwa einen Reset nach bereits ausgesprochener Verwarnung im selben Punkt oder das Fangen eines fliegenden Balls. Drei Penaltys in einem Spiel bedeuten den Verlust des Spiels. Im Doppel ist ein Positionswechsel vor und nach einem Penalty erlaubt.
ITSF Standard Matchplay Rules v2.0
R-11Schmieren und Reinigen
Geschmiert wird nur im Time-out oder zwischen Spielen, mit Pipette oder Schwamm.
Direktes Aufsprühen ist verboten, indirektes erlaubt; die Turnierleitung kann Produkte vorschreiben. Gelangen Schmier- oder Griffmittel auf Spielfeld oder Ball, gilt das als Verunreinigung: zuerst Verwarnung, dann Penalty. Gewischt wird außerhalb des aktiven Spiels kurz und ohne Substanz, Speichel und Schweiß eingeschlossen. Figuren feilen oder das Spielfeld schleifen ist verboten.
ITSF Standard Matchplay Rules v2.0
R-12Kneipen- und Landesregeln
Außerhalb von ITSF-Turnieren gelten oft eigene, strengere Regeln.
In deutschen Kneipenrunden sind Klemmen und Bandenschüsse oft verboten (Ratgeberseite, nur als Suchauszug geprüft). Die italienischen Amateurregeln der ASI verbieten Dauerdrehen und volle 360°-Drehungen. Ob die französische Pissette im Wettkampf erlaubt ist, beantworten die Quellen unterschiedlich; in Bars ist sie oft verboten.
Tischsport: Tischkicker-Regeln (Suchauszug)
R-13Regelstand
Gültig ist die SMR Version 2.0 vom Dezember 2023, auf Deutsch gibt es nur Kurzregeln.
Die ITSF veröffentlicht die Standard Matchplay Rules auf Englisch, Französisch, Polnisch und Russisch; Vorrang hat die englische Fassung. Eine offizielle deutsche SMR-Fassung fehlt, auf Deutsch gibt es nur die Kurzregeln und die Legacy Rules von 2016. Eine neuere Fassung als 2.0 war am 21.10.2026 nicht auffindbar. Der DTFB spielt nach ITSF-Regeln (Ratgeberseite, nur als Suchauszug geprüft).
ITSF: Regelseite