P-03 · 5er-Reihe
Brush-Pass
Gebrushter Pass
Der Ball liegt leicht hinter der Stange, die Figur bürstet seine Rückseite mit minimalem Druck und gibt ihm Spin. Gezogen (Brush-down) wird daraus ein Bandenpass, geschoben (Brush-up) ein Lane-Pass.
Die 3D-Werkbank braucht WebGL. Die Schritte beschreiben den ganzen Ablauf.
- 1
Backpin mit 5-2
Der Ball liegt hinten geklemmt unter 5-2. Uyeyama stellt den Pin so ein, dass der Ball kurz vor dem Herausrutschen ist. Ein geklemmter Ball ist gesperrt, so darf er nicht zur 3er.
- 2
Langsam zu 5-1
5-2 setzt den Ball in Bewegung und lässt ihn langsam zu 5-1 rollen. Bewegung und Kontakt einer anderen Figur derselben Stange sind ein Transfer, er hebt die Sperre auf.
- 3
Hinter den Ball
Die Figuren gehen zurück, 5-1 steht zentriert hinter dem Ball. Der Ball liegt leicht hinter der Stange, zwischen Bande und Lane. Liegt er zu weit hinten, bleibt er geklemmt; liegt er zu weit vorn, sieht der Gegner den Brush.
- 4
Bürsten
Die Stange wird zum Körper gezogen (Brush-down). Die Fußspitze bürstet Rück- und Oberkante des Balls schnell und mit wenig Druck, nicht schlagen. Durchgeschwungen wird erst am Ende, die Figur endet etwa 45° vorn.
- 5
Mit Spin an die Bande
Der Spin zieht den Ball an die Bande, an ihr läuft er zur 3er. Die gegnerische Außenfigur deckt gerade die Lane, die Bande ist offen.
- 6
Annahme
3-1 wartet an der Bande, Fuß nach vorn, Griff locker, und klemmt den Ball vorn. Übe das Fangen genauso oft wie den Pass.
Typische Fehler
- Ball zu weit hinten: Er bleibt geklemmt und bekommt keinen Spin.
- Ball zu weit vorn: Der Brush ist zu sehen und gibt wenig Spin.
- Schlagen statt Bürsten.
- Aus dem geklemmten oder ruhenden Ball direkt passen: Erst der Transfer hebt die Sperre auf.
- Nur den Pass üben, nicht das Fangen.
Optionen und Varianten
- Brush-up: Geschoben, also vom Körper weg, wird daraus ein Lane-Pass; die 3er bewegt sich dabei von der Bande weg.
- Finten: Uyeyama übt vier angetäuschte Brushes (runter, hoch, runter, hoch) und dann den echten, je Variante rund 100 Wiederholungen, als Einsteiger mindestens 25.
- Übungsweg von Bundestrainer Hans-Georg Prengel in acht Stufen, vom geraden Pass ohne Schlaggeräusch bis Stufe 8: den Ball aus langsamer Bewegung „von der 2. auf die 1. Reihe“ abtropfen lassen und den Brush-Pass spielen. Gemeint ist wohl wie bei Uyeyama der Weg von der zweiten zur ersten Figur. Sein Maßstab: sauber vor schnell, fünfmal ohne Fehler oder 20 gute Brush-Pässe.
- Griff nach Uyeyama: Handfläche unter dem Griff nach oben, Ellbogen nach außen. Die Werkbank zeigt hier den Grundgriff.
Regeln
- Ein gestoppter, geklemmter oder justierter Ball darf von der 5er zur 3er weder direkt noch indirekt gepasst werden; ein Transfer hebt die Sperre auf (ITSF Standard Matchplay Rules).
- Ein wiegender Ball gilt als gestoppt. Prengels Übungsweg brusht in Stufe 3 aus der Wiegebewegung; im Spiel braucht ein solcher Ball vorher einen Transfer.
- Auf der 5er hast du 10 Sekunden Ballbesitz; höchstens zwei Bandenkontakte je Ballbesitz, der Pass selbst zählt nicht.
- Uyeyamas Brush-Passing-FAQ von 1994 verbietet noch pauschal den Pass aus dem ruhenden Ball und mit der Figur, die ihn in Bewegung gesetzt hat. Nach den heutigen ITSF-Regeln kommt es nur auf die Sperre an.
Tische
Auf Tornado entsteht der Spin an der abgewinkelten Zehenkante, die senkrechte Riffelung hilft. Auf Löwen-Tischen spielten laut Uyeyama (1995) die meisten eher den Stick-Pass.
Herkunft
Ausführlich beschrieben hat den Brush-Pass Rob Uyeyama in seiner Brush-Passing-FAQ. Im Deutschen heißt er auch gebrushter Pass oder gebrushter Bandenpass, auf Französisch „passe brossée“.
Quellen
Kontakt
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